Raus in die Natur. Rein ins Erlebnis

Jahreswechsel 2015/16

Die Abt. Hörde des SGV
verbringt den Jahreswechsel 2015/16
vom 28. 12. 2015 bis 02. 01.2016 im Harz

Eine Fahrt zum Jahreswechsel ist in unserer SGV-Abteilung nun fast schon Tradition. So starteten wir am 28.12.2015 mit 46 Teilnehmern mit dem Bus Richtung Harz. Nach Leipzig, Regensburg, Plauen im Vogtland und Bitburg in der Eifel ging es diesmal nach Bad Sachsa-Steina.

Ein Zwischenstopp legten wir mit einer Führung in der sehr sehenswerten, mittelalterlichen Altstadt von Duderstadt ein. Der Ortskern ist fast vollständig von einer Stadtmauer umgeben. Besonders hervorzuheben sind das Rathaus aus dem 13. Jahrhundert, die Propsteikirche St. Cyriakus und die fast 500 prächtigen Fachwerkhäuser. Der Ort, am südlichen Harzrand gelegen, ist eine der ältesten Siedlungen des Harzes und wurde bereits in der Zeit um das Jahr 860 gegründet.

Der 29. Dezember führte uns zunächst nach Hasselfelde in eine Köhlerei. Hier erhielten wir jede Menge Informationen über das Köhlerhandwerk. Es ist eine der ältesten Handwerke überhaupt. Nach einer Stärkung mit einer Erbsensuppe im Stemberghaus fuhren wir weiter in das Bodetal bei Thale.

Nicht zu vergessen, begleitet hat uns an diesem und dem nächsten Tag unser sehr wissender und humorvoller Reiseleiter, Ernst Brettschneider, ein Volltreffer!

Bei Thale fuhren wir mit einer Kabinenbahn auf die 437 m hohe Roßtrappe.

Von einer Aussichtsplattform bot sich ein grandioser Ausblick in das tief unten liegende Bodetal. Eine ungewöhnliche Vertiefung, die aussah wie der riesige Abdruck eines Pferdehufes, gab dem Felsen seinen Namen. So erklärt es die Sage. Etwas weiter auf einem Felsplateau (451 m) liegt der Hexentanzplatz. Beide Punkte dienten wohl schon zu germanischen Zeiten als Kultstätten. Im Umfeld  befindet sich außerdem ein Freilichttheater mit 1400 Sitzplätzen.

 Am 30. Dezember besuchten wir Quedlinburg, das seit 1995 Weltkulturerbe der UNESCO ist. Die im Krieg weitgehend verschont gebliebene Altstadt, die aber zu DDR-Zeiten vom Verfall bedroht war, ist heute ein Vorzugsobjekt mit seinen  über 1000 vorbildlich restaurierten Fachwerkhäusern.

 Ein besonderes Kleinod ist die Stiftskirche St. Servatius auf dem Schlossberg mit seinem berühmten Domschatz. Im Jahre 919 wurde hier der Sachsenherzog Heinrich I. zum König gekrönt. In der romanischen Krypta befindet sich die Grabstätte des Königspaares.- Außerdem sehenswert ist in Quedlinburg vor allem das Viertel um den Markt mit dem Renaissance-Rathaus und der Rolandsfigur. - Der Besuch einer alten historischen Braustube war auch ein besonderes Erlebnis.

Der letzte Tag im alten Jahr führte uns zum Kyffhäuser-Denkmal. Es steht im Kyffhäuser-Gebirge, dem kleinsten Mittelgebirge von Deutschland und wird auch als kleiner Bruder des Harzes bezeichnet. Das Denkmal ist schon von weitem sichtbar. Es stellt  den in Stein gehauenen Kaiser Barbarossa (Friedrich I.) dar. Über ihm droht Kaiser Wilhelm I., zu dessen Ehren das 81 m hohe Denkmal erbaut wurde.-  Zu besichtigen war auch der tiefste Brunnen der Welt. Er hat eine Tiefe von 176 m!

Der Silvesterabend in unserem sehr schönen, familiengeführten Hotel „Zum Mühlenhof“ in Bad Sachsa verlief fröhlich und gemütlich.

Unser letzter Ausflug ging am Neujahrstag 2016 nach Stolberg im Südharz, ein ganz altes Fachwerkstädtchen, das schon im 13. Jahrhundert Stadtrechte erhielt.

Im Mittelalter wurde dort eine Münzwerkstatt errichtet. Aber der Reihe nach: Vor dem Eintreffen in Stolberg gab es einen interessanten Höhepunkt: Wir besuchten das Josephskreuz  auf dem 579 m hohen Auerberg, nach dem damaligen regierenden Grafen Joseph benannt. Das 38 m hohe hölzerne Doppelkreuz, nach den Plänen von Karl-Friedrich Schinkel erbaut, stürzte 1988 durch Blitzeinschlag ein. Erst 16 Jahre später errichtete man das heutige Kreuz in  einer massiven Eisenkonstruktion. Es ist in dieser Form das größte der Welt. Wer wollte, konnte die 200 Stufen hinaufsteigen.

Im Zentrum von Stolberg befindet sich ein 1482 zuerst als Kaufhaus und später als Rathaus genutztes Gebäude. Es verfügt bis heute über kein Treppenhaus. Ein  Kuriosum der Architektur!? Um die 3 Etagen, die damals als Kaufhaus, Schule und Tanzboden genutzt wurden, separat erreichen zu können, realisierte der damalige Architekt den Zugang zu den einzelnen Stockwerken über eine breite, hohe Außentreppe. Dies wurde auch bei der Nutzung des Bauwerks als Rathaus 1724 nicht verändert.

Zu erwähnen ist noch die Stadtkirche St. Martin. Der weithin sichtbare romanische Turm ist der älteste erhaltene Teil der Kirche und stammt aus dem 12. Jh. Heute lebt die Stadt weitgehend vom Tourismus. Die reichen Jahre durch den Abbau von Eisen, Kupfer und Silber gehören leider der Vergangenheit an.

Erlebnisreiche Tage gingen zu Ende. Wir durchquerten fünf Bundesländer: Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen, Niedersachen und Sachsen-Anhalt.

Ein besonderes Dankeschön gilt unserem Vorsitzenden Manfred Schaub und seiner Frau Inge, die diese erlebnisreiche Fahrt organisiert haben.

Christel König